Ein Fremder am Feuer? Eine Nacht, die Fragen hinterlieĂ.
Von unserem Wanderkorrespondenten
Es gibt Begegnungen, ĂŒber die man lieber schweigt. Nicht, weil sie unglaublich erscheinen, sondern weil jedes Wort ihnen etwas von ihrer Wahrheit nimmt.
In einer kĂŒhlen Nacht, irgendwo zwischen uralten BĂ€umen und einem Himmel voller Sterne, soll ein Wanderer einem Wesen begegnet sein, das in keiner Chronik erwĂ€hnt wird und doch Ă€lter zu sein scheint als jede geschriebene Geschichte.
Die Beschreibung ist erstaunlich prÀzise.
Ein schlichter Mantel aus Wolle und Leder.
Ein Wanderstab.
Eine verwitterte Ledertasche.
Und ein Feuer, das bereits brannte, als der Fremde eintraf.
Der Mann, der uns diese Geschichte erzÀhlte, berichtete von einem langen Schweigen. Erst nach einer Weile soll das Wesen gesprochen haben.
âDie meisten Menschen kommen mit Antworten. Nur wenige bringen noch Fragen mit.â
Mehr sei zunÀchst nicht gesagt worden.
Kein Name.
Keine ErklÀrung.
Nur das Knistern des Feuers und das GefĂŒhl, dass dieser Augenblick schon lange auf jemanden gewartet hatte.
Erst viel spÀter habe das Wesen seinen Namen genannt.
LijĂłr.
Wer oder was Lijór ist, lÀsst sich bis heute nicht beantworten.
Vielleicht ist er nur eine Geschichte.
Vielleicht der letzte Bewahrer einer Zeit, in der Erinnerungen nicht geschrieben, sondern weitererzÀhlt wurden.
Vielleicht aber auch etwas ganz anderes.
Wir werden dieser Spur folgen.
Wenn sie sich ĂŒberhaupt verfolgen lĂ€sst.
Bis dahin bleibt nur ein Satz, der uns seit jener Nacht nicht mehr loslÀsst:
âSetzt euch. Das Feuer brennt bereits.â

â Hinweis des Autors:
In den kommenden Ausgaben werden wir versuchen, mehr ĂŒber LijĂłr, seine Reisen und die geheimnisvolle Ledertasche zu erfahren, die er seit unzĂ€hligen Wintern mit sich trĂ€gt.
Vielleicht ist dies der Beginn einer auĂergewöhnlichen Geschichte.
Oder der erste Schritt in eine Welt, die schon immer auf uns gewartet hat.
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